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Erste Bikestrecken (singletrails) in Osttirol

Ein Bericht von Robert Trenkwalder

„Was wird da eigentlich gebaut?“, haben mich einige Leute in Kals in den letzten Wochen gefragt. Eine ausführliche Information über die geplanten Bikestrecken in Kals soll nicht länger auf sich warten lassen.

Vorgeschichte:

Der Stubaier Mag. Christian Piccolruaz ist ein begeisterter Biker und Pionier der ersten Stunde auf diesem Gebiet. Gemeinsam mit dem aus Kals stammenden Peter Wurzer hat er sich im November 2015 den Bereich der Gondelsektion auf der Kalser Seite in Bezug auf eine Eignung für Bikestrecken angeschaut und eine Variantenstudie möglicher Strecken ausgearbeitet. Dabei hat sich gezeigt, dass das Gebiet vom Cimaross bis zur Mittelstation der Gondel für den Bau von Bikestrecken sehr gut geeignet ist. Ebenso der Abschnitt von der Gondel Mittelstation bis zum Raseckbach für eine anspruchsvolle Strecke.

Daraufhin wurde am 10.12.2015 eine prinzipielle Informationsveranstaltung für die Grundbesitzer, welche in diesen Bereichen durch einen Bau möglicherweise berührt wären, abgehalten. DI Stefan Senfter von der Firma Revital – Integrative Naturraumplanung in Nussdorf-Debant hat dabei zum Thema Bikestrecken referiert. Unter anderem wurden die Unterschiede zwischen „normalen“ Mountainbikestrecken nach dem Tiroler Modell wie wir sie in Kals schon haben (Siehe zB http://www.glocknerspur.at/ ); Singletrailstrecken und Downhillstrecken erklärt. Bei den Downhillstrecken geht es im Wesentlichen darum, so schnell wie möglich von oben nach unten zu kommen. Bei einem Singletrail wird ein eigener Steig nur für Biker errichtet. Dieser wird auch nur von oben nach unten befahren und ist mit zahlreichen Kurven und Sprungmöglichkeiten versehen, womit der Fahrspaß und nicht die Geschwindigkeit im Vordergrund steht.

Senfter hat weiter berichtet, dass Bikestrecken einen starken Aufwärtstrend erleben und bereits zum Breitensport geworden sind.

Da die prinzipielle Zustimmung der berührten Grundeigentümer für eine Errichtung von Bikestrecken dankenswerter Weise erfolgen konnte, hat der Tourismusverband Osttirol auf Basis der Variantenstudie von Piccolruaz um die behördliche Bewilligung für den Bau von Bikestrecken bei der BH Lienz angesucht. Mit Bescheid vom 13.03.2017, Zahl NSCH/B-215/13-2017 wurde die naturschutzrechtliche Bewilligung dazu erteilt.

Das Projekt beinhaltet im Wesentlichen 3 Abschnitte bzw. 3 Strecken.

  1. Verlängerung der derzeit schon bestehenden Mountainbikestrecke (Route 116) von der Gondelmittelstation über die Gorner Alm und über das Kals Matreier Törl bis hinauf zur Adlerlounge. Dieser Steig wird von Bikern und Wanderern gemeinsam genutzt (shared trail). Damit die Begegnungen von Bikern und Wanderern mit genug Platzreserven erfolgen kann, soll dieser Steig auf einen guten Meter verbreitert und um einige Serpentinen unterm Törl ergänzt werden. Dieser Steig soll den Bikern in der Regel nur zum Hinauf fahren dienen (uphill). Wanderer haben hier Vorrang.
  2. Errichtung eines familienfreundlichen Singletrails von der Adlerlounge bis zur Mittelstation der Gondel. Diese Strecke soll das Herzstück für Biker werden und in der Schwierigkeitsstufe blau (leicht) Bikern mit durchschnittlichem Können eine schwungvolle, ca. 4 km lange Abfahrtsmöglichkeit mit viel Fahrspaß bieten. Wandern ist hier nicht erlaubt.
  3. Errichtung eines schwarzen singletrails von der Gondel Mittelstation durch den Wald herunter bis zum Raseckbach. Dieser trail ist für Profis geeignet und wird händisch errichtet. Dabei wird zum Teil der hier schon bestehende Steig adaptiert. Die Benutzung des Steiges für Biker wird hier voraussichtlich an die Betriebszeiten der Gondelbahn gekoppelt werden.

Projektumsetzung:

Am schwarzen singletrail wird seit Anfang Mai bereits fleißig händisch gearbeitet. Hier haben wir das große Glück, dass mit Peter und Matthias Wurzer, Stefan Baumgartner, Thomas Gaisbacher (und weitere) hoch motivierte Arbeiter vor Ort sind. Aus derzeitiger Sicht ist es denkbar, dass diese Bikestrecke im Juli 2017 eröffnet werden kann.

Nach der Brutzeit der meisten Vogelarten im August 2017 kann mit der Errichtung der oberen beiden Bikestrecken begonnen werden. Diese Strecken werden mittels Schreitbagger errichtet. Dabei wird insbesondere darauf geachtet, dass die Vegetationsschicht fortlaufend auf den Steig wieder aufgetragen und somit der Eingriff in die Natur und das Landschaftsbild minimiert werden. Die Errichtung wird bis Herbst 2017 dauern und die Eröffnung somit ins Frühjahr 2018 fallen.

Weiterentwicklung des touristischen Angebotes:

Der Tourismusverband Osttirol als Errichter des geplanten Vorhabens leistet mit diesem Bike-Projekt einen sehr wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung des touristischen Angebotes von Kals.

Mit der Projektumsetzung wird dem aufstrebenden Breitensport des Bikens Rechnung getragen. In den Biker-Hochburgen werden bereits zehntausende Nächtigungen hierüber lukriert. Kals hat seine Ausrichtung im Sommer eindeutig auf den Wandertourismus und soll dies auch weiterhin so bleiben. Dennoch ist es sehr wichtig, das touristische Angebot auch auf das Biken auszudehnen. Mit dieser Angebotserhöhung steigt zwangsläufig die Zielgruppe unserer Sommergäste und damit auch die Standortsicherheit von Kals.

Mit dem Sommerbetrieb der Gondelbahnen sowie dem professionellen Bikeverleih von Sport Gratz verfügen wir in Kals auch bereits über die notwendige Infrastruktur, die es für den laufenden Betrieb der Bikestrecken braucht.

Danksagung:

  • Den Grundbesitzern, die mit ihren Zustimmungen immer wieder einen großartigen Beitrag für die Allgemeinheit leisten – auch wenn ihnen daraus nicht immer nur Vorteile erwachsen.
  • Dem Tourismusverband Osttirol für die Projektträgerschaft und den finanziellen Beitrag
  • Der Gemeinde Kals am Großglockner für die Ermöglichung und Rundumunterstützung des Projektes sowie für den finanziellen Beitrag
  • Dem Amt der Tiroler Landesregierung – insbesondere der Abteilung Landschaftsdienst mit Regionalbetreuer Horst Mitterberger sowie Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler. Das Land Tirol unterstützt das Osttiroler Pilotprojekt mit einem überdurchschnittlich hohem Fördersatz
  • Der Bezirkshauptmannschaft Lienz
  • Der Kalser Jägerschaft
  • Dem Liftbetreiber Herrn Heinz Schultz für die zugesagte Übernahme der Betreiberschaft
  • Dem sehr fleißigen und hoch motivierten Team rund um Peter und Mathias Wurzer vor Ort, die zum Gelingen des Projektes sehr wesentlich beitragen.

Mit dem Dank an alle Beteiligten und dem Wunsch dass das Projekt gut gelingen und die Errichtung unfallfrei ablaufen möge, sowie dass damit ein Beitrag zur touristischen Weiterentwicklung von Kals zum Wohle aller gelingt.

Robert Trenkwalder

 

Hier der neueste Plan zu den Strecken: pdfPlanübersicht