Gemeinde Kals am Groglockner


Bericht von der nicht öffentlichen Forsttagsatzung

 


Im goldenen Herbst 2020 konnte noch einiges an Schadholz vom Sturm VAIA von 2018 aufgearbeitet werden, in Bereichen bereits zur Gänze, wie zum Beispiel am Peischlerberg, Lanaberg sowie Dorferberg/Falsche Retze. Dies war auch nötig, um bei den vielen privaten Waldbesitzern ein Abmaß für die Förderabrechnung vom Elementarschaden Gruppe Agrar zu erhalten. Im Herbst wurden mit Hilfe der Waldaufseher die gigantische Summe von 103.000 Festmeter Schadholz anhand von amtlichen Abmaßen in Form von 62 Förderanträgen gestellt und an die BFI Osttirol übermittelt. Diese gingen wiederum an die Gruppe Agrar nach Innsbruck zur weiteren Verarbeitung bis schlussendlich die Förderung an die Waldbauern ausbezahlt werden konnte.

In den Bereichen Staniska sowie Haslach (gegenüber Schleierwasserfall) und in Arnig wurde bis zum erneuten frühen Wintereinbruch an der Sturmholzaufarbeitung gearbeitet. Durch genaueste Wetterbeobachtungen konnten alle Geräte abgepackt und das gesamte aufgearbeitete Schadholz ins Tal transportiert werden.  Am Peischlerberg sowie am Lesacherberg und Schalotz wurde bis zum Winterbeginn mit der Schneebruchaufarbeitung weitergemacht. Dies zeigte nicht zuletzt auch der gigantische Holzpolter in Oberpeischlach entlang der L26.

Ins Nasslager nach Ainet zur Waldgenossenschaft Iseltal (WGI) wurde Holz vom Peischlerberg geliefert. Hier konnten neue Erfahrungen mit der Situation rund ums Nasslager gesammelt werden, sei es bei der Abrechnung der Holzmengen oder die Ausformung des Blochholzes.

Der größte Teil wurde aber seit Mitte des Jahres zur Firma Theurl nach Thal Assling geliefert. Der gesamte Ablauf vom Holz im Wald über den Abtransport bis hin zur Abrechnung läuft hier unkompliziert. Für das angefallene Brennholz konnte nur mehr schwer Kunden gefunden werden. Von der AG Kals wurde Brennholz7 auf Trockenlager gelegt, um die Situation am Markt zu entlasten.

So wurden seit Oktober 2018 rund 97.000 fm Sturmholz und seit November 2019 rund 12.000 Festmeter Schneebruchholz aufgearbeitet. Im Gesamten also 109.000 fm Schadholz. Bedenkt man hierbei, dass in normalen Jahren vor den Ereignissen zwischen 5.000 und 6.000 Festmeter Holz eingeschlagen wurden, ist das ein enormer Mehraufwand für alle Mitwirkenden.

Im Jahr 2020 wurden in Summe € 1,2 Mio. an Fördermitteln für das angefallene Schadholz ausbezahlt.

Und als ob es nicht schon genug wäre, ereignete sich Anfang Dezember 2020 mit VIRPY, ein neues Schneeereignis, das wiederum zu Schäden führte. In vielen Bereichen müssen erneut einige Festmeter an Schadholz aufgearbeitet werden, welche erst nach der Schneeschmelze im gesamten Ausmaß ersichtlich sind. Es ist zwar nicht so viel wie in den letzten Jahren, jedoch müssen einige Gebiete erneut in Angriff genommen werden. Sobald es die Witterung erlaubt, wird mit den Arbeiten wieder begonnen. Grundsätzlich stehen uns für das heurige Jahr die bestens eingearbeiteten Firmen von Christian Trager sowie Martin Laireiter mit ihren Geräten und Mannschaften zur Verfügung. Mit diesen Partnern und jedem einzelnen Besitzer bemühen wir uns das erneut angefallene Schadholz aufzuarbeiten. Anfang des Jahres wurden wieder Gespräche mit den Osttiroler Sägewerken geführt. Erfreulicherweise ist mit einem Anstieg der Holzpreise zu rechnen und sollte im heurigen Jahr die Holzvermarktung innerhalb der Region kein Problem darstellen.

Enorme Schneemengen und daraus folgendes Schmelz-wasser verursachen Weg-schäden, Absitzungen, Hang-explosionen und Muren, mit diesen ist heuer vermehrt zu rechnen und wird einiges an Schadensbehebung kosten.

Wir hoffen, dass einiges über das FWP 2020 abgewickelt werden kann.

Jedem Waldbesitzer wird geraten, sich selbst Übersicht zu verschaffen. Bewältigbare Schäden sollten von euch gleich in Angriff genommen werden. Bei größeren Schäden empfehlen wir Rücksprache mit uns, um einem etwaigem Borkenkäferbefall vorzu-beugen. Für die Förderabwicklung ist wieder ein Abmaß von uns notwendig, welches nach der Aufarbeitung, jedoch bis spätestens Herbst 2022 abgerechnet werden kann.

Schutz- und Bannwald

Um eine rasche Schutzwirkung der Waldflächen zu erzielen, ist eine zeitnahe Aufforstung unumgänglich. Dies sollte in kurzer Zeit helfen den Schutz von Dauersiedlungsraum von Lawinen und Steinschlag zu gewähren. Mit diesem öffentlichen Auftrag ist auch die hohe Förderquote begründet. Nach großflächigen Schad-ereignissen, wie nach Sturm VAIA, ist der jeweilige Grundbesitzer verpflichtet, nach Beendigung der Schadholz-aufarbeitung seine Waldflächen wieder zu bewalden. Mit der Aufforstung in den kommenden Jahren wird ein großer Teil dazu beigetragen. Die Bestellung sowie die Organisation der Pflanzen, werden gesamtheitlich über die Gemeinde (GWA’s) organisiert.

Einerseits kann die Aufforstung im besten Fall mit eigenen Arbeitskräften durchgeführt werden (Familie, Freunde, Bekannte, usw.). Als Alternative dazu können auch externe Arbeitskräfte (MR Osttirol, usw.) zur Hilfe geholt werden. Im neuen Förderprogramm „Waldfonds Österreich“ wird die Aufforstung der Flächen bei korrekter Durchführung der Maßnahme durch das „Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft“ sehr gut gefördert und zahlt sich Eigenleistung aus!

Um einem vorzeitigen Ausfall der Jungpflanzen vorzubeugen, dürfen die Folgemaßnahmen (Rüsselkäferbekämpfung, aussicheln,…) nicht außer Acht gelassen werden. Daher ist eine eigene Aufforstung zu empfehlen, da die Gegebenheiten und die Pflanzenstandorte bestens bekannt sind. Es wurde wieder betont: Bei massiven Wildschäden an Aufforstungsflächen droht im schlimmsten Fall eine Förderrückzahlung durch den Waldbesitzer. Im Rahmen des FWP’s ist dankenswerter Weise ein Wildbiologe mit der Planung von Sichtschneißen, Aufstellungsorten von Hochsitzen, etc. beauftragt.

Für das heurige Jahr wurden für das Kalser Gemeindegebiet unglaubliche 35.000 Stück Forstpflanzen beim Landesforstgarten in Nikolsdorf bestellt. Vorwiegend Lärche und Fichte, da diese bei uns geeignet sind. Der Großteil wird am Dorferberg gesetzt, da hier der Schutz des Siedlungsraumes im Vordergrund steht, aber auch für andere Flächen mit Objektschutzwirkung. Bei der Planung und Arbeit sind wir in bester Abstimmung mit der Wildbach- und Lawinenverbauung im Rahmen des Forstwirtschaftlichen Projektes. Für die anderen Bereiche der Schadflächen wird es unumgänglich sein, diese für die bevorstehende Aufforstung in den nächsten Jahren vorzubereiten (Schlagräumung).

Corona bedingt ist es im heurigen Frühjahr zu keiner öffentlichen Forsttagsatzung gekommen. Wir überlegen, wie wir euch mit anderen Formaten wie Homepage, email oder Handynachrichten informieren können, besonders über Fördermöglichkeiten. Bei Fragen, meldet euch bei uns, wir stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite, wie gehabt.

Unsere Gemeindewaldaufseher Peter und Stefan


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